Thesen zu den neuen Pflegeberufen
An der Mitgliederversammlung des BAP vom 20.6.2007 hat Romy Geisser, Geschäftsführerin der OdA Gesundheit beider Basel, folgende Thesen zusammengestellt.
Diskussionsbeiträge von Romy Geisser, Geschäftsführerin der OdA Gesundheit beider Basel
Welches sind in der Berufsbildung Pflege die drei wichtigsten Veränderungen der letzten Jahre? Die neue Rolle und Verantwortung für den Arbeitgeber, d.h. das Alters- und Pflegeheim, mit dem Lehrortsprinzip. Die Betriebe stellen Lernende an und steuern somit den Bedarf. Die neue Systematik führt zu einem durchlässigen System. Es gibt keinen Abschluss mehr ohne Anschlussausbildung. Wir haben neue Berufe und neue Curricula. Dies betrifft einerseits die Beruflehre FAGE, aber auch die Höhere Ausbildung dipl. Pflegefachfrau/-mann HF. Die Positionierung und Integration im Berufsfeld Pflege muss neu erfolgen. Warum gibt es zu wenig Lehrstellen Fachangestellte Gesundheit (FAGE)? Die FAGE ist in der Schweiz mittlerweile in den Top Ten der meist gewählten Berufe. Eine Lehrstellenanzahl von über 100 ist eigentlich eine beachtliche Zahl. Trotzdem weisen wir eindrücklich darauf hin, dass mehr Lehrstellen geschaffen werden sollten. Die Kantone haben einen Auftrag für die Sicherstellung der Grundversorgung. Dazu benötigen wir im Pflegebereich ausgebildete Fachkräfte. Im Gesamtkontext gesehen muss FAGE zwei Bedürfnisse abdecken: 1. Sie bildet einen eigenständigen Beruf im Berufsfeld Pflege. 2. Sie hat eine Zulieferfunktion für die weiterführende Ausbildung auf Stufe Höhere Fachschule (HF). Fakt ist: Wir erreichen im Moment die notwendigen Zahlen nicht, um den Bedarf abzudecken. Wir sind auch nicht die einzige regionale OdA Gesundheit, die Alarm schlägt. Bern ist zu diesem Thema sehr aktiv und warnt auch vor einem Pflegenotstand. Klar ist: Zur Sicherstellung der Grundversorgung müssen alle Versorgungsbereiche (Spitäler, Heime, Spitex) beitragen. Die Heime Baselland sind in diesem Bereich vorbildlich. Es gibt aber Mitglieder der OdA, die ihre Aufgabe noch zuwenig wahrnehmen. Aus diesem Grund fordern wir im Moment den Ausbau der Lehrstellen in den betreffenden Versorgungsbereichen. Die ganze Branche Gesundheit ist gefordert. Wenn wir von Zahlen wie 160 FAGE Lehrstellen reden, ist dies immer noch nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Welche Ziele und Aufgaben hat die OdA Gesundheit für die Jahre 2008/2009? Unsere Aufgabe ist es, als Dienstleistungszentrum Bildungsfragen im Gesundheitswesen für die Arbeitgeber die relevanten Themenbereiche zu bearbeiten. Dies bedingt eine gute Kommunikation und Vernetzung zwischen den Arbeitgebern und der OdA. Das ist ein wichtiges Ziel. Dafür schaffen wir die notwendigen Gefässe (Strategierat, Fachgruppen etc) und koordinieren die Verbindungsstellen. Wichtig ist, dass die OdA mitwirkt bei der Entwicklung und Umsetzung der neuen Bildungsverordnungen. Sie muss im Interesse der Arbeitgeber dafür sorgen, dass in der Umsetzung die Bedürfnisse der Branche berücksichtigt sind. Wir garantieren beispielsweise im Bereich Überbetrieblichen Kurse dafür, dass wir einen praxisbezogenen Unterricht haben und die Lehrbetriebe in gewissen Bereichen entlastet werden. Ein grosses Augenmerk richten wir in Zukunft auf den Bedarf und wir unterstützen sie als Betriebe im Bereich Lehrstellen- und Berufsmarketing und übernehmen Aufgaben in der Nachwuchswerbung. Die Finanzen sind ein wichtiges Thema. Hier hat die OdA das Ziel, längerfristig der Finanzierung der Personal- und Sachkosten für die Kerngeschäfte der OdA sicherzustellen.
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